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Meine Erfahrungen mit PolyCare - Eine Praktikantin erzählt

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Es war ein trüber Tag Anfang des Jahres 2016, als ich aus dem Auto meines Vaters stieg und nervös die Fassade der ausgebauten Firmenhalle betrachtete. Das rote Backsteinhaus, dessen Eingang ich mich nährte, ragte riesig vor mir auf und ich fühlte, wie mir das Herz in die Hose rutschte. Ich konnte das nicht. Vielleicht sollte ich doch besser nach Hause laufen und woanders nach einem Praktikum suchen, irgendwo, wo ich die Leute schon kennen würde. Aber nein, ich würde das jetzt durchziehen. Was sollte mir schon passieren? Im schlimmsten Fall würde man mich fort schicken, weil das noch relativ junge Unternehmen keinen lästigen Schülerpraktikanten gebrauchen konnte.                         

An der Eingangstür blieb ich unschlüssig stehen. In meinem Bauch begann es zu kribbeln. Ich war meinem Ziel schon ganz nah. Aber bevor ich mir nutzlose Gedanken machen konnte, drückte ich kurzen Prozesses auf die kleine runde Klingel. Dabei sprangen mich die Buchstaben auf dem Schild daneben förmlich an. „PolyCare“, las ich, die Firma, von der ich kaum mehr wusste, als den Namen und dass ihre Forschungen auf technischer Ebene stattfanden.                                                

Der Mann, der mir die Tür öffnete, schien überrascht zu sein. Was suchte ein kleines Mädchen bei einem Betrieb wie diesem? Ich stellte mich kurz vor und nannte mein Anliegen. Als man mich ins Haus bat, wurde ich sicherer. Meine Sorgen waren unbegründet. Die Menschen, die sich im Büro aufhielten, waren freundlich zu mir und wirkten ehrlich interessiert an meiner Idee, mein zweiwöchiges Schülerpraktikum bei ihnen zu verbringen. Es wurde nicht einmal viel darum geredet. Hauptsächlich beantwortete ich Fragen über mich selbst und wie es denn dazu kam, dass ich mich als Mädchen für so eine Art der Technik interessierte.

Schließlich machte ich mich doch auf den Heimweg. Ich war unsagbar stolz auf mich. Ich hatte mich getraut, einfach so nach einem Praktikum zu fragen. Wie sich später herausstellte, hatte ich die richtige Entscheidung getroffen, nicht vor der Tür umzukehren, denn es sollte keinen Moment geben, in der ich sie je bereute.
Dieser Tag im März liegt nun schon mehr als zwei Jahre zurück und er hat sich ebenso unauslöschlich in mein Gedächtnis gebrannt, wie die Firma selbst. Drei Praktika hatte ich dort absolviert und alle drei hatten mir neue Eindrücke und Erfahrungen gebracht und mich in dem Wunsch bestärkt, später selbst beruflich eine ähnliche Richtung einzuschlagen.

Ich erinnere mich noch gut an die Tage meines ersten Praktikums. Anfangs war ich schüchtern und zurückhaltend, sprach kaum, beobachtete viel und erledigte meine Aufgaben mit der ständigen Angst, nicht perfekt genug zu sein. Eigentlich ist es verständlich. Ich kannte niemanden und musste mich erst einmal zu Recht finden.

Das Arbeiten selbst machte mir großen Spaß. Ich hatte damit gerechnet, als Praktikant Dinge tun zu müssen wie zu kehren, aufzuräumen, oder Werkzeug zu sortieren. Aber aus unerklärlichen Gründen schien mir das Personal von PolyCare genug zuzutrauen, um mich schon Ende des ersten Tages in die Produktionsarbeit einzubinden. So mischte ich Chemikalien und goss eigene kleine Lumino-Steinchen. Mir gefiel die Vielfalt an Variationen und das filigrane Ergebnis. Da ich in meinem Leben bisher nie etwas Vergleichbares gemacht hatte, konnte ich mich mit jedem weiteren Stein neu herausfordern und meiner Kreativität freien Lauf lassen. Auch bei der Herstellung von Polymerbeton-Steinen durfte ich helfen. So machte ich beispielsweise die Formen sauber und strich sie für die nächste Runde mit einem Trennmittel ein. Die Produktionsarbeiter waren immer sehr nett zu mir. Sie waren geduldig und erklärten mir die chemischen Abläufe auch gern ein drittes Mal, wenn ich es nicht so schnell verstand. So wich von Tag zu Tag meine Unsicherheit und ich begann mich zwischen den Leuten und den Maschinen wohl zu fühlen. Der gewöhnungsbedürftige Geruch in dem Gebäude störte mich immer weniger, bis ich ihn  schließlich nur noch genauso vertraut wahrnahm, wie den Geruch des eigenen Schlafzimmers am Morgen.

Die zwei Wochen in 2016 legten das Fundament für meine darauf folgende Euphorie. Ich lernte PolyCare und seine Beschäftigten kennen und ließ mich schnell von seinen Zielen und Zukunftsvisionen überzeugen. Als sie vorbei waren, war ich regelrecht traurig. Der Alltag, der nun wieder beginnen würde, war furchtbar langweilig im Vergleich zu diesem Ort. Doch es sollte ja nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich meine Zeit bei PolyCare verbringen würde. Bereits ein halbes Jahr später stand eine weitere Praktikumswoche an und es war für mich gar keine Frage, wo ich diese verbringen würde. Auch dieses Mal arbeitete ich in der Produktion, wo es darum ging, einer Bestellung aus England für NighTech-Fliesen nachzugehen.
Mein drittes Schülerpraktikum fand erst im Frühjahr 2018 statt und ich begrüßte die Firma schon beinahe wie einen alten Freund. Da es nichts gab, wo ich hätte helfen können, bezog ich zu Beginn erstmals einen Platz im Büro, dem Ort, wo die Ideen entstehen, die Projekte durchgesprochen werden und wo die gesamte Theorie der Forschungspläne seinen Ursprung nimmt. So erhielt ich einen umfangreichen Einblick in die Entwicklungsarbeiten von PolyCare und entdeckte eine neue Seite der Firma und an mir selbst. Ich fertigte Bauzeichnungen und Grundrisse für das Bebauungsprojekt in Rwanda an und freute mich über eine so verantwortungsvolle Aufgabe. Es gab mir das Gefühl, dazuzugehören und Teil etwas Größeren zu sein.

Aber auch diese Woche sollte sich dem Ende neigen und ich begann mich zu fragen, wie es denn nun mit mir und der Firma weiter gehen soll. Ein weiteres Praktikum werde ich in den nächsten Jahren nicht machen können und der Gedanke, alles hinter mir zu lassen, tut schon etwas weh. Ich hatte so viel gelernt und praktische wie auch theoretische Erfahrungen gesammelt. Ich war mit der Firma etwas erwachsener geworden und meine Zukunftspläne haben über die Zeit mehr und mehr Gestalt angenommen.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich froh bin, meine Praktika hier verbracht zu haben. Etwas Besseres hätte ich mir für mich gar nicht vorstellen können. Ich mochte das Arbeitsklima und auf die Projekte bezogen kann ich selbst bei distanzierterer Betrachtung keine Mängel erkennen. Die Ideen der Forschung sind so genial und nachhaltig, dass es nahezu utopisch auf jemanden wirken müsste, der zum ersten Mal davon hört. Ein Baustoff, der aus Wüstensand und teilweise recycelten Kunstharzen erzeugt wird und durch seine einfache Produktion ganze Slums retten könnte? Verarbeitete Partikel, welche heller und zuverlässiger selbst leuchten als phosphorhaltige Materialien? Das kann es doch nicht wirklich geben!

Doch das tut es und das in dem einsamsten Dörfchen, was man in der Gegend nur finden kann: In Gehlberg, dem Ort, in dem ich 14 Jahre meines Lebens verbracht hatte, ohne auch nur ansatzweise zu ahnen, dass es der Sitz einer internationalen Firma ist. Die Tatsache, dass ich mehr oder weniger ein Teil davon geworden bin, verwundert mich bis heute.

 

Clara K., 16, 11. Klasse / Berufsbildungszentrum Schmalkalden / Berufliches Gymnasium / Fachbereich Gestaltungs- und Medientechnik

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